Nachhaltige Umsetzung des Digitalpaktes gefordert

Mit Schreiben vom 14.6.2019 an die Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein Westfalens, Frau Ivonne Gebauer, und an den Arbeitsstab Ruhrkonferenz darum gebeten, das Thema „Umsetzung des Digitalpaktes“ in den Themenkatalog der Ruhrkonferenz aufzunehmen. Hier finden Sie unser Anschreiben:

Sehr geehrte Frau Ministerin,
sehr geehrter Herr Hein,


der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 15.03.2019 beschlossen, dass Bund und Länder gemeinsam 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um die di-gitale Infrastruktur an den Schulen zu verbessern. Dies ist sehr viel Steuergeld, von dem wir vor Ort hoffen, dass es den Schülerinnen und Schülern zu Gute kommt.
Die Freien Wählergemeinschaften im Verbandsgebiet des Regionalverbandes Ruhr (RVR) – mit vielen Kommunen in der Haushaltssicherung – machen sich aber auch Sorgen um die Frage, wie die Nachhaltigkeit eines solchen Projekts gewährleistet werden kann. Digitalisierung ist nämlich nicht damit beendet, Klassen mit Whiteboards oder digitalen Tafeln auszustatten und für Schülerin-nen und Schüler digitale Endgeräte anzuschaffen. Vielmehr stellt sich für uns die Frage, wie der Support der schulseitigen Geräte und Systeme, der Endgerä-te und allgemein die Datensicherung gewährleistet werden kann.
Schon heute stellen die Städte Personal zur Verfügung, um die Schulen im Support zu unterstützen. Im Rahmen der finanziellen Einschränkungen vieler Kommunen ist aber gleichzeitig Personal abzubauen. Eine Ausweitung des Personalkörpers, um dieser neuen Aufgabe als Schulträger gerecht zu werden, sehen die Kommunen deshalb außerordentlich skeptisch.
Die Aufgabenstellung wird zunehmend komplexer, IT- und Compliance-lastiger und kann zukünftig sicherlich nicht nebenher durch hauptamtlich be-schäftigtes Lehrpersonal mit dem Fachwissen von IT-Zusatzfortbildungen, weder kurzfristig noch nachhaltig, bewältigt werden. Hierzu wäre entspre-chendes Fachpersonal erforderlich, das nicht nur kommunal, sondern noch besser regional (Ruhrgebiet), vielleicht sogar landesweit schulübergreifend agiert.
Viele Kommunen, insbesondere kleinere und bzw. oder solche in der Haus-haltssicherung, können diese Aufgabe dauerhaft nicht sicherstellen.
Gleiches gilt für die Anschaffung und Pflege sowie Aktualisierung von Soft-ware und Lehrinhalten. Wer sinnvoll mit digitalen Geräten arbeiten will, der benötigt die entsprechende Software auf einem möglichst aktuellen Stand. Wie soll sichergestellt werden, dass Software an allen Schulen immer auf möglichst gleich hohem Level aktuell ist und wie wird die Finanzierung, um dies zu rea-lisieren, sichergestellt?
Schule lebt vom Engagement der Lehrerinnen und Lehrer. Diese müssen auf die neuen Lehr- und Lernmittel passende didaktische Konzepte und Methoden entwickeln, um für ihre Schülerschaft die bestmöglichen individuelle Lernfort-schritte zu ermöglichen. Digitalisierung kann dabei sicherlich helfen. Aber wie wird sichergestellt, dass Lehrerinnen und Lehrer regelmäßig fortgebildet wer-den, um diese Neuerungen auch adäquat in ihren Unterricht einfließen lassen zu können?
Es gibt viele weitere Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen oder die noch aufkommen werden. Im Kern steht aber bei uns die Sorge, dass durch Bund und Land eine Entwicklung angestoßen wird, die in der Langfristper-spektive bei den Kommunen in ihrer Eigenschaft als Schulträger hängen bleibt.
Wir wollen deshalb eine nachhaltige, dauerhafte Finanzierung einer Aufgabe die allen Schülerinnen und Schülern in unserem Land gleich zu Gute kommen sollen.
Da unsere Überlegungen und Anregungen sicherlich für alle Kommunen im Verbandsgebiet des RVR Bedeutung haben möchten wir, dass die Schaffung einer nachhaltigen Digitalinfrastruktur an Schulen Thema der Ruhrkonferenz wird.

Mit freundlichen Grüßen

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